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Unser Beitrag zum Artenschutz
Wie groß ist der Beitrag, den wir als Touristen zum Naturschutz im Gastland liefern?
Viel allgemeine Kritik, die in Bezug auf die Umweltverträglichkeit von Fernreisen geäußert wird, hat sicherlich Substanz, z.B. was den Emissionsausstoß von Flugzeugen oder ähnliche Dinge betrifft. Die meisten Naturschützer auf globaler Ebene stimmen jedoch heutzutage überein, dass sanfter Tourismus, insbesondere "naturkundliche" Reisen, inzwischen zu einer unverzichtbaren Quelle von Finanzressourcen geworden sind, ohne die viele Schutzgebiete dem Druck anderer Interessen, wie dem Abbau von Bodenschätzen, Holznutzung oder Landwirtschaft, nicht mehr standhalten könnten.
In Ländern wie Kenia oder Tansania gibt es schon seit vielen Jahrzehnten ein funktionierendes Nationalparksystem, das nur durch Touristengelder aufrecht erhalten werden kann. Was geschieht allerdings in Ländern, denen Löwen, Giraffen und Zebras zum Anziehen von "Normal"-Touristen fehlen? Viele dieser Länder besitzen gefährdete Lebensräume und vom Aussterben bedrohte Arten (auch Vögel), die teils auf wenigen Quadratkilometern am letzten Faden der Existenz hängen.
Diese Länder sind zum Erhalt dieser Lebensräume auf naturkundlich interessierte Touristen angewiesen. Wo auch immer atemberaubende Landschaften nicht zum Anziehen von Otto Normaltourist ausreichen, spielen Ornithologen (mit ihrem sehr speziellen Interesse) eine wichtige Rolle.
Erfolgsgeschichten des "Orni-Tourismus" in den Tropen
Viele Länder kann man heute als Vorzeige-Nationen aufführen, in denen ein funktionierender "Orni-Tourismus" zum wichtigen Instrument des Naturschutzes wurde:
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Vietnam
Der Großteil des noch bestehenden Waldes in Vietnam ist heute auf Nationalparks und unzugängliche Gebiete beschränkt. Glücklicherweise hat der neue Kurs der Regierung nicht nur eine Öffnung dem Tourismus zur Folge gehabt, sondern auch ein mutiges Nationalparkprogramm. Viele dieser Nationalparks werden durch Touristengelder am Leben erhalten. Hier machen Ornithologen einen großen Bestandteil der Besucherschar aus. In anderen Teilen des Landes (Da-Lat- Plateau) haben die Einheimischen offensichtlich aus Rücksicht auf immer wiederkehrende Orni-Touristen vom Roden einiger kleiner Waldinseln abgesehen: Diese Waldinseln sind bis heute die einzigen bekannten Brutorte einer womöglich nicht mehr zu rettenden Crocias-Art (Singvogel).
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Ecuador
<p align="center" > In Ecuador haben es sich seit einigen Jahren private Organisationen wie "Fundación Jocotoco" und "CECIA" zu Ziel gemacht, mithilfe von Spenden und Touristengeldern bedrohte Nebelwaldgebiete aufzukaufen. In manchen dieser privaten Reservate kommen mehr als 80% der Besucher in kommerziellen ornithologischen Reisegruppen (zumeist aus Britannien und USA), um bedrohte Vogelarten zu sehen. In einigen Fällen ist es gerecht zu sagen, dass es diese Arten ohne das Interesse von ornithologischen Touristen womöglich gar nicht mehr gäbe!
Peru
-In weiten Teilen des peruanischen Amazonasbeckens floriert in diesem Jahrzehnt ein Konkurrenzkampf verschiedener "Öko-Lodge"-Besitzer um Touristen. Viele dieser Gebiete, bspw. um Iquitos oder in der Provinz Madre de Dios, sollten noch vor einem Jahrzehnt an die meist-bietenden Holzkonzerne veräußert werden. Ein stetig steigender Touristenstrom Ende der 90er Jahre verhalf zu einem Umdenken in dieser Region, und als Konsequenz wurden große Gebiete bereits bestehenden Nationalparks einverleibt, und neue kleinere "Privatreservate" gegründet. Ornithologische Reisegruppen machen in manchen Jahreszeiten fast die Hälfte der besuchenden Touristen aus.
Costa Rica
- Costa Rica, welches am Ende des 2. Weltkrieges noch großenteils von Regenwald bedeckt war, durchlief vor allem in den 70ern eine Epoche des großflächigen Rodens. Heute sind die letzten Waldgebiete fast ausschließlich auf ein funktionierendes System von Schutzgebieten beschränkt, das Costa Rica zu einem beliebten Ferienziel für naturinteressierte Nordamerikaner gemacht hat. Das Land verdankt seinen Wohlstand zu einem beträchtlichen Teil dem Naturtourismus.
Thailand
- In Thailand ist offiziell das Roden von Wald gänzlich verboten. Niemand scheint dem Folge zu leisten, so dass fast kein Primärwald außerhalb von Nationalparks mehr existiert. Auch in diesem Land finanzieren sich viele der unbekannteren oder abgelegeneren Nationalparks zu einem beträchtlichen Anteil durch Orni-Touristengelder. Im Süden des Landes wurde vor einem Jahrzehnt eine ausgestorben geglaubte Pitta-Art (Gurney's Pitta) in einem kleinen Gebiet von Waldfragmenten wiederentdeckt. Inzwischen ist die Gegend ein Pflicht-Stopp für jeden Thailand-reisenden Ornithologen. Der Druck auf die Waldfragmente ist immer noch groß und illegales Roden alltäglich, doch die ständige Präsenz von Vogelbeobachtern hat die Art bisher vom Aussterben bewahrt. (Einheimische Experten geben der Pitta jedoch nur noch weitere 5 Jahre, wenn nicht sofort etwas Drastisches passiert!)
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